Die Vogelspinne als Haustier
Aussehen
Die zu den Gliederfüßlern gehörende Vogelspinne lässt sich in verschiedene Gruppen innerhalb ihrer Rasse einteilen. Je nachdem, um welche Unterart es sich handelt, variiert das Aussehen mehr oder weniger stark. Allen Vogelspinnen gemein ist jedoch, dass diese sich in zwei verschiedene Körperabschnitte unterteilen lassen, die Kopfbrust und den Hinterleib. Bei einigen Vogelspinnen-Arten ist diese Unterteilung gut, bei anderen weniger gut sichtbar.
Die Vogelspinne besitzt ebenso wie andere Spinnenarten acht Beine, die im Gegensatz zu denen ihrer Artgenossen jedoch behaart sind. Außerdem besitzt sie Giftklauen, mit denen sie ihre Beute betäuben kann. Andere wiederum besitzen Brennhaare, mit denen sie sich verteidigen. Je nachdem, um welche Vogelspinnen-Art es sich handelt, können die Tiere unterschiedliche Körpergrößen erreichen. Mit einer Größe von bis zu 30 cm inklusive Beinlänge ist die Goliath-Vogelspinne die größte ihrer Art.
Charakteristisch für die Vogelspinne sind nicht nur ihre acht Augen, sondern auch ihre Taster. Mit diesen trommeln Männchen, um auf sich aufmerksam zu machen. Wenn Sie paarungsbereit sind, antworten Weibchen, indem sie ebenfalls mit den Tastern trommeln.
Lebensraum
Die Vogelspinne lebt vorwiegend in tropischen bis subtropischen Klimazonen.
Lebenserwartung
Im Terrarium lebende Vogelspinnen können ein Alter von bis zu 30 Jahren erreichen. Im Durchschnitt wird die Vogelspinne aber nur 15-20 Jahre alt.
Nahrung
Die Vogelspinne gilt als Fleischfresser. Mit ihren Beißklauen machen sie Jagd auf größere Insekten sowie auf Tausendfüßler und Skorpione. Größere Arten fressen auch kleine Echsen und kleinen Nagetiere sowie Nestjunge und kranke Vögel. Eine Besonderheit ist, dass Vogelspinnen ihre Beute außerhalb des Körpers vorverdauen müssen, da sie nur flüssige Nahrung aufnehmen können.
Haltung
Für viele ist die Vogelspinne ein faszinierendes Tier, weshalb sie in der Terrarien-Haltung immer beliebter wird. Je nachdem, für welche Unterart man sich entscheidet, variiert die Größe des empfohlenen Terrariums sowie dessen Einrichtung. In jedem Fall wichtig ist, für die erforderliche Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Beleuchtung zu sorgen. Vogelspinnen müssen einzeln gehalten werden. Als Einzelgänger treffen sie lediglich während der Paarungszeit auf andere Artgenossen.
Besonderheiten
Vogelspinnen häuten sich in regelmäßigen Abständen. Dieser Vorgang dient dem Wachstum der Tiere. Ein weiterer Vorteil der Häutung: Die Vogelspinne kann bei diesem Vorgang Schlackenstoffe aus ihrem Körper transportieren und diesen somit reinigen. Während der Häutung muss im Terrarium eine Luftfeuchtigkeit von 80 – 90 % sichergestellt sein. Außerdem sollte man das Tier während dieser Phase nicht stören.
Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist der Biss einer Vogelspinne für den Menschen nicht tödlich oder giftig, sondern lediglich etwas schmerzhaft.
Vogelspinne – Die Haltung
Die Vogelspinne ist im Gegensatz zu anderen Terrarienbewohnern zwar sehr pflegeleicht, es gibt aber dennoch das ein oder andere, worauf man bei der Haltung achten sollte.
Einzelhaltung verhindert Rangkämpfe
In freier Natur ist die Vogelspinne ein Einzelgänger. Lediglich zur Paarungszeit treffen Männchen auf Weibchen. Das sollte man in der Terrarienhaltung berücksichtigen und jeder Vogelspinne eine eigene Unterkunft zur Verfügung stellen. So kann man unnötige Rangkämpfe, die oftmals mit schweren Verletzungen einhergehen, vermeiden.
Verhaltensregeln und Umgang mit Vogelspinnen
Die nachtaktive Vogelspinne gilt als sehr genügsam und pflegeleicht. Doch es gibt einige Dinge, die man beim Umgang mit diesen Tieren beachten sollte. Wichtig ist zum Beispiel, die Vogelspinne tagsüber nicht unnötig zu stören. Jede Beeinträchtigung ihrer Lebensweise verbindet dieses Tier mit Stress.
Bei der Reinigung des Terrariums sowie bei anderen Pflegemaßnahmen sollte man sich eher energisch als übervorsichtig verhalten. Typisch ist, dass sich die Vogelspinne beim Öffnen der Scheibe sowie beim Hantieren im Becken sofort in einen Unterschlupf zurückzieht. Dennoch sollte man vorsichtig sein, denn einige Vogelspinnen versuchen, sich mit einem Giftbiss zu verteidigen. Zwar ist dieser für den Menschen nicht gefährlich, kann aber sehr schmerzhaft sein. Bei sehr aggressiven Arten sollte man beim Hantieren im Terrarium dem Tier eine Heimchendose überstülpen.
Pflegeplan für die Vogelspinne
Obwohl die Vogelspinne als pflegeleichtes Tier gilt, kommt man nicht umhin, einige Pflegemaßnahmen in regelmäßigen Abständen durchzuführen. Nachfolgend ein Pflegeplan für die Vogelspinne, aus dem ersichtlich ist, was wann getan werden sollte:
Täglich: Jeden Tag muss der Allgemeinzustand des Tieres kontrolliert werden. Bei Vogelspinnen, die sich in ihren Unterschlupf zurückziehen, sollte man diesen mit einer Taschenlampe ausleuchten. Beim täglichen Check muss auf Verletzungen und Krankheitsanzeichen ebenso geachtet werden wie darauf, ob übrig gebliebene Futtertiere, die der Spinne gefährlich werden könnten, entfernt werden müssen.
Alle 2-3 Tage: Spätestens alle drei Tage muss die Wasserschale mit heißem Wasser und einem Schwamm gereinigt und mit frischem Leitungswasser befüllt werden. Außerdem sollte das Terrarium von Futter- und Häutungsresten und von toten, nicht verspeisten Futtertieren, befreit werden. Wichtig ist auch, Kot aus dem Becken zu entfernen. Mit einem Hygro-Thermometer werden zusätzlich Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Gehege gemessen. Um die notwendige Luftfeuchtigkeit aufrecht zu erhalten, sollte das Terrarium mit Wasser besprüht oder das Bodensubstrat mit Wasser gegossen werden.
Alle 1-2 Wochen: Je nachdem, wie stark die Verschmutzung ist, müssen Kot und Spinnfäden mit warmem Wasser von den Terrarienscheiben entfernt werden. Jetzt sollte man auch einen Blick auf im Terrarium untergebrachte Pflanzen werfen und diese bei Bedarf düngen.
Jährlich: Das komplette Gehege der Vogelspinne muss lediglich ein- bis zweimal im Jahr vollständig gereinigt werden. Vorher fängt man die Vogelspinne am besten mit einer Heimchendose ein und setzt diese nach der Reinigung wieder in ihr Gehege.
Häutung – Worauf muss man achten?
Für die Vogelspinne ist es sehr wichtig, sich regelmäßig zu häuten. So kann sie ihren Körper komplett reinigen und weiter wachsen. Bei diesem Vorgang erneuert die Spinne ihr Außenskelett, wobei verlorengegangene und abgeworfene Glieder erneuert werden. Die Abstände zwischen den Häutungen können variieren und liegen bei jungen Vogelspinnen bei 2 – 4 Wochen und bei erwachsenen Vogelspinnen bei 6 – 12 Monaten. Männliche Vogelspinnen häuten sich ausschließlich bis zu Geschlechtsreife.
Wichtig ist, während der Häutung auf eine Luftfeuchtigkeit von 80 – 90 % sowie darauf zu achten, dass das Tier nicht gestört wird. Demnach sollten sich auch keine Futtertiere im Terrarium befinden. Da die Vogelspinne in dieser Phase sehr leicht angreifbar ist, könnten diese ihr großen Schaden zufügen.
Futter – Was fressen Vogelspinnen?
Vogelspinnen haben einen sehr abwechslungsreichen Speiseplan, der von Heuschrecken über Grillen und Heimchen bis hin zu Mäusen, Küken und Kleinreptilien reichen kann. Allerdings darf das Futter nicht zu groß, aber auch nicht zu klein sein. Eine Vogelspinne, die eine Spannweite von etwa 3 cm besitzt, sollte mit einem Heimchen von etwa 1 cm Länge gefüttert werden.
Wichtig ist, der Vogelspinne nur so viele Futtertiere anzubieten, wie diese in den nächsten Tagen verspeisen kann. Verweigertes Futter muss aus dem Terrarium entfernt werden. Schließlich kündigt sich der Häutungsprozess durch eine Nahrungsverweigerung an. Tiere, die in dieser Phase im Gehege sind, können die Vogelspinne anfressen. Da sie sich in der Häutung befindet, kann sich die Spinne nicht dagegen wehren. Vogelspinnen brauchen lange, um Futtertiere zu verzehren. Deshalb sollten sie nur alle ein bis zwei Wochen gefüttert werden.
Haltungskosten
Wer eine Vogelspinne hält, muss mit geringen regelmäßigen Kosten rechnen. Nachfolgend eine kleine Auflistung über die monatlichen Haltungskosten einer Vogelspinne:
- Bodengrund: 10 – 15 Euro
- Futtertiere: Ca. 5 Euro
- Strom, Beleuchtung: 5 – 10 Euro
Vogelspinne kaufen: Worauf ist zu achten?
Die Vogelspinne gilt als sehr genügsames Tier, weshalb viele sich dafür entscheiden, diesen Gliederfüßler bei sich einziehen zu lassen. Allerdings gilt es, vor dem Kauf einige Überlegungen anzustellen und herauszufinden, ob die Vogelspinne wirklich das geeignete Haustier ist.
Überlegungen vor dem Kauf
Vogelspinnen können im Vergleich zu anderen Haustieren sehr alt werden. Deshalb sollte man sich der Verantwortung über mehrere Jahre bewusst sein und sich dazu in der Lage fühlen, das Tier bis zu 30 Jahre zu pflegen. Ebenso wichtig ist, dass man die regelmäßigen Haltungskosten tragen und der Vogelspinne eine artgerechte Unterbringung ermöglichen kann. Die Frage, für welche Vogelspinnen-Art man sich entscheidet, ist elementar. Schließlich gibt es sowohl sehr friedliche als auch aggressive Vogelspinnen.
Vor der Anschaffung muss man sich darüber im Klaren sein, ob der Kauf einer Vogelspinne der richtige Schritt ist. Folgende Punkte müssen bei der Haltung einer Vogelspinne berücksichtigt werden:
Vogelspinnen …
- sind relativ pflegeleicht
- haben ein geringes Platzbedürfnis
- brauchen Lebendfutter
- sollten von allen Mitbewohnern und Familienmitgliedern akzeptiert werden
- sind bei einer Allergie gegen Insektengift nicht geeignet
- können Menschen schmerzhafte Bisse zufügen
- sind keine Kuscheltiere
Welche Vogelspinne eignet sich für Anfänger?
Es gibt einige Vogelspinnen-Arten, die ideal für Anfänger sind. Folgende Vogelspinnen sind leicht zu pflegen, brauchen deshalb keinen Pfleger mit Erfahrung, überstehen kleine Haltungsfehler unbeschadet und gelten als friedlich:
- Grammostola-Arten (friedlich und geringe Ansprüche), v. a. Grammostola rosea
- Aphonopelma-Arten (friedlich und geringe Ansprüche)
- Eupalaestrus-Arten (friedlich und geringe Ansprüche)
- Euathlus-Arten (friedlich)
- Brachypelma-Arten (friedlich und höhere Ansprüche), v. a. Brachypelma albopilosum, Brachypelma angustum, Brachypelma sabulosum und Brachypelma vagans
- Avicularia-Arten (friedlich und anspruchsvolle Pflege), v. a. Avicularia avicularia, Avicularia metallica, Avicularia Spec. Guyana, Avicularia ulrichea und Avicularia Peru Spec. 1
Asiatische und die Mehrheit der afrikanischen Vogelspinnen gelten als aggressiv und sind deshalb keinesfalls für Anfänger geeignet.
Wo kann man Vogelspinnen kaufen?
Eine Vogelspinne kauft man am besten bei einem Züchter oder einer speziellen Börse. Dort bekommt man die Tiere nicht nur wesentlich günstiger als in Zoohandlungen, sondern man weiß auch, wie die Spinne vorher gehalten wurde und wo sie herkommt. Oftmals findet man ortsansässige Züchter über Internetseiten. Außerdem gibt es Stammtische von Vogelspinnenhaltern, die einen dabei unterstützen, geeignete Verkaufsstellen zu finden.
Anschaffungskosten
Je nachdem, wo man die Vogelspinne kauft und um welche Unterart es sich handelt, liegt der Preis bei bis zu 200 Euro. Zusätzlich müssen nochmal 50 Euro und mehr für die Anschaffung des Terrariums einkalkuliert werden.
Woran erkennt man eine gesunde Vogelspinne?
Ob eine Vogelspinne gesund ist, kann man recht einfach anhand folgender Merkmale erkennen:
- Sie setzt sich bei einer Belästigung arttypisch zur Wehr
- Sie hat keine gekrümmten oder unter den Vorderkörper geschlagenen Gliedmaßen
- Bei der Bewegung darf aus den Gelenkhäuten keine Flüssigkeit austreten
- Das Abdomen muss symmetrisch geformt sein
- Das Tier darf keine Blasen, Pusteln und Flecken haben
Das Terrarium
Die Vogelspinne wird im Terrarium gehalten. Was muss beachtet werden, dass sich diese in ihrem neuen Zuhause wohl fühlt? Welche ist die optimale Terrariengröße? Wie sieht sinnvolles Zubehör für das Terrarium aus? Und was muss bei der technischen Ausrüstung beachtet werden? All diese Fragen sollen im Folgenden beantwortet werden.
Größe des Terrariums
Vogelspinnen sind Einzelgänger. Das heißt, jedes Tier braucht sein eigenes Terrarium. Wie groß dieses sein sollte, hängt natürlich immer von der Größe der Spinne ab. Größere Vogelspinnen-Arten fühlen sich in einem Terrarium wohl, das eine Grundfläche von mindestens 30 x 40 cm hat. Mittelgroße Arten kommen gut mit einer Grundfläche von 30 x 30 cm aus. Einer kleineren Vogelspinne genügt ein Terrarium mit der Grundfläche 30 x 20 cm vollkommen. Was die Höhe anbelangt, so sollte diese 50 cm nicht überschreiten. Bei Boden bewohnenden Vogelspinnen sollte diese bei maximal 20 cm liegen. Denn einen Sturz aus größerer Höhe überlebt die Vogelspinne meistens nicht.
Im Gegensatz zu anderen Tieren hängt das Wohlbefinden der Vogelspinne nicht von der Terrariengröße ab. Weitaus wichtiger ist, dass man für die richtige Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Beleuchtung sorgt.
Terrarienzubehör
Ein artgerecht eingerichtetes Terrarium sollte in jedem Fall ein Trinkgefäß besitzen. Ideal hierfür sind Wasserschalen, die möglichst schwer sind, also zum Beispiel aus Ton oder Steingut gefertigt wurden. Eine zu leichte Wasserschüssel könnte die Vogelspinne schnell umkippen. Außerdem vorhanden sein sollten ausreichende Versteckmöglichkeiten, wie Steine und Höhlen. Für die Vogelspinne lebensnotwendig sind Lüftungsschlitze. So kann die Abluft nach oben, durch die Rückwand oder die Abdeckscheibe entweichen.
Darüber hinaus muss man das Terrarium so sichern, dass die Vogelspinne nicht ausbrechen kann. Sinnvoll sind Terrarien, die eine senkrecht verlaufende Schiebescheibe besitzen. Durch die Schwerkraft wird die Scheibe automatisch nach unten gedrückt. Eher ungeeignet sind waagerecht verschiebbare Scheiben. Ist die Vogelspinne kräftig genug, kann sie eine der Scheiben ein wenig öffnen und ausbrechen. Abhilfe schafft in diesem Fall eine entsprechend gebogene Büroklammer.
Technische Ausrüstung
Damit sich die Vogelspinne wohl fühlt, sollte in ihrem Gehege eine Temperatur zwischen 22 und 25 °C herrschen. Da diese Temperaturen in den meisten Wohnungen nicht vorhanden sind, sollte man nachhelfen und das Terrarium beheizen, zum Beispiel mit einer Glühbirne oder einer Leuchtstoffröhre, die man im oder auf dem Terrarium installiert. Eine Alternative hierzu sind Heizmatten, die man an der Rückwand befestigt. Das Terrarium muss täglich 8 – 10 Stunden beheizt werden. Eine gute Kontrollmöglichkeit bieten Zeitschaltuhren. Diese steckt man ganz einfach in die Steckdose und stellt die Heizdauer ein.
Neben der Temperatur muss auch die Luftfeuchtigkeit überwacht werden. Ein Hygro-Thermometer hat den Vorteil, permanent sowohl Temperatur als auch Luftfeuchtigkeit zu messen. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 70 – 80 % liegen. Während der Häutung sollte sie auf 80 – 90 % ansteigen. Durch das Besprühen des Terrariums oder das Gießen des Bodensubstrats mit Wasser kann man die Luftfeuchtigkeit ganz einfach ansteigen lassen. Richtet man das Gehege mit Pflanzen ein, fördern diese ein optimales Mikroklima. Darüber hinaus halten die Wurzeln von Pflanzen den Bodengrund locker und vermeiden, dass das Substrat sich schnell festsetzt. Allerdings sollte man sich nur für Pflanzen entscheiden, die kleinwüchsig bleiben, eine relative Luftfeuchtigkeit von bis zu 99 % und Temperaturen von 15 – 35 °C ertragen. Geeignet für die Terrarienbepflanzung sind zum Beispiel Bromelien, Fittonien, Kletterficus, Kletterphilondendron, Efeutute sowie Dieffenbachia.
Das richtige Bodensubstrat
Als Bodensubstrat für die Vogelspinne ist ungedüngte Blumenerde, die Torf enthält, ideal. Man kann das Terrarium aber auch mit Rindenmulch einrichten. Bei Vogelspinnen-Arten, die sehr viel graben, ist es sinnvoller, Palmenerde, die einen hohen Anteil an Lehm und Sand besitzt, zu verwenden. In vielen Gärtnereien findet man Vermiculit, das man ebenfalls als Bodengrund nehmen kann.
Arten von Vogelspinnen
Nachfolgend möchten wir die wichtigsten Vogelspinnenarten in Form von kurzen Steckbriefen etwas näher vorstellen.
Goliath-Vogelspinne
Die Goliath-Vogelspinne kennt man auch unter dem Namen Riesenvogelspinne sowie unter der Bezeichnung Theraphosa blondi.
Herkunft
Die Goliath-Vogelspinne hat ihren natürlichen Lebensraum in Brasilien, Venezuela und Guyana. Wohl fühlte sie sich im feuchttropischen Klima, wobei Savannengebiete mit Feuchtwäldern abwechseln. Recht häufig trifft man sie im Süden des Regenwaldes.
Aussehen
Junge Goliath-Vogelspinnen erkennt man daran, dass diese einfarbig und graublau sind. Beim Weibchen reicht die Grundfärbung von Kaffeebraun bis hin zu Schwarz. Eine männliche Goliath-Vogelspinne hat die gleiche Färbung wie das Weibchen, besitzt jedoch keine Tibiaapophysen, wenn sie ausgewachsen ist. Ein weiterer Unterschied ist der Körperbau. Während die weibliche Goliath-Vogelspinne ein Gewicht von bis zu 170 g erreichen kann, sind männliche Exemplare weniger kräftig gebaut. Aufgrund ihrer imposanten Körperlänge und Beinspannlänge von bis zu 30 cm ist die Goliath-Vogelspinne im Guinness-Buch der Rekorde als die größte Vogelspinne der Welt aufgeführt. Typisch für sie ist ihre starke Behaarung.
Lebensweise und Haltung
Die Goliath-Vogelspinne ist Boden bewohnend, weshalb das Terrarium ca. 20 cm hoch mit Blumen- oder Walderde mit Laubstreu eingerichtet werden sollte. Das Bodensubstrat sollte zeitweise vollständig und gut befeuchtet werden. Eine Bepflanzung, zum Beispiel mit Ficus spp. ist empfehlenswert. In der Terrarienhaltung sollte der Goliath-Vogelspinne außerdem eine große Höhle angeboten und diese zur Hälfte im Bodensubstrat eingegraben werden.
In ihrer Umgebung sollten Temperaturen von 20 bis 23 °C herrschen. Bei zu hohen Temperaturen in Verbindung mit einer unzureichenden Luftzirkulation kann es Probleme bei der Aufzucht geben. Was die Größe des Geheges anbelangt, sollte dieses die Maße von 60 x 30 x 30 cm (B x H x T) nicht unterschreiten. Dieser Vogelspinnen-Art kann problemlos größere Futtertiere angeboten werden.
Verhalten
Die Goliath-Vogelspinne verbringt fast den ganzen Tag in ihrer Wohnhöhle. Von dort aus lauert sie auf ihre Beute, die dann sehr schnell überwältigt und in der Höhle ausgesaugt wird. Da sie sehr schnell ist, sollte man vorsichtig sein, wenn man im Terrarium hantiert.
Für Anfänger ist die Goliath-Vogelspinne aus zwei Gründen nicht geeignet: Erstens, weil man sie kaum zu Gesicht bekommt, zweitens, weil sie als sehr schnell und aggressiv gilt.
Blaue Vogelspinne
Die Blaue Vogelspinne kennt man auch unter der Bezeichnung Haplopelma lividum oder als Blaue Burma-Vogelspinne.
Herkunft
Wie der Name bereits vermuten lässt, ist diese Vogelspinnen-Art in Mittel-Thailand beheimatet. Man trifft sie hauptsächlich in Myanmar, dem früheren Burma, sowie in Thailand.
Aussehen
Die Blaue Vogelspinne erreicht eine Körperlänge von nur 5 cm. Die weibliche Blaue Vogelspinne hat einen bräunlichen Vorderleib und Hinterleib, wobei letzterer eine schwache Zeichnung besitzt. Ihre Beine sind metallisch blau und schimmern leicht grün. Die Taster und Femora der Vorderbeine der weiblichen Blauen Vogelspinne haben rötliche, kurze Haare. Dahingegen ist die Grundfärbung beim Männchen bräunlich-lila. Außerdem sind deutlich zwei braune Streifen auf den Beinen erkennbar. Der Hinterleib dieser männlichen Vogelspinne ist hellbraun und besitzt eine Zeichnung.
Lebensweise und Haltung
Die Blaue Vogelspinne lebt unterirdisch und wird daher als Röhrenbewohner bezeichnet. Aufgrund dessen spielt die Grundfläche des Terrariums eine eher untergeordnete Rolle. Jedoch sollte man auf einen hohen Bodengrund achten. In einem Terrarium, welches mit Bodensubstrat in einer Höhe von mindestens 15 cm ausgelegt wird, fühlt sich die Blaue Vogelspinne sichtlich wohl. Schließlich kann sie so graben und sich ihre Röhre anlegen.
Im Gehege sollten Temperaturen zwischen 23 und 25 °C herrschen. Gleichzeitig ist darauf zu achten, dass der Bodengrund immer leicht feucht ist. Die Blaue Vogelspinne sollte hauptsächlich mit Insekten gefüttert werden. Ideal sind Grillen, Heuschrecken und Schaben. Hat sie ihre Beute aus ihrer Röhre heraus erspäht, schnellt sie blitzartig hervor und überwältigt diese. Zum Fressen zieht sie sich wieder in ihren Unterschlupf zurück.
Verhalten
Die Blaue Vogelspinne gilt keinesfalls als aggressive Spinne, sondern legt eine defensive Art an den Tag. Wenn sie gestört wird, zieht sie sich sehr schnell in ihre Wohnröhre zurück. Fehlt diese und die Blaue Vogelspinne hat dadurch nicht die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, begibt sie sich in Verteidigungsstellung. Bevor sie zubeißt schlägt sie erst drei- bis viermal mit ihren Vorderbeinen nach dem Angreifer.
Rotknie-Vogelspinne
Die Mexikanische Rotknie-Vogelspinne wird unter der Bezeichnung Brachypelma smithi im Artenregister geführt. Oftmals wird sie aber einfach nur Rotknie-Vogelspinne oder Smithi genannt.
Herkunft
Die berühmteste Vogelspinne, die recht häufig Darstellerin in Hollywood-Filmen ist, stammt aus Mexiko. Dort findet man die Rotknie-Vogelspinne in regengrünen Trockenwäldern sowie in Trockensavannen.
Aussehen
Durch ihre dunkelbraune bis schwarze Grundfärbung kann man die Rotknie-Vogelspinne von anderen Vogelspinnen unterscheiden. Ebenso typisch für sie sind ihre längeren Haare, die braun bis orangefarben sind. Diese Spinnenart kann eine Körperlänge von bis zu 9 cm erreichen und besitzt unter allen Spinnenarten mit die längste Lebenserwartung.
Lebensweise und Haltung
Die Boden bewohnende Rotknie-Vogelspinne wird idealerweise in einem Terrarium mit einer Grundfläche von 30 x 30 cm untergebracht. Als Bodensubstrat eignen sich lehmige Wiesen- oder Walderde. Damit die Tiere graben können, sollte die Erde ausreichend hoch eingefüllt werden. Tagsüber sollte die Temperatur im Terrarium der Rotknie-Vogelspinne bei etwa 25 °C liegen. In der Nacht kann sie ohne Probleme auf Zimmertemperatur fallen. Die Luftfeuchtigkeit liegt idealerweise bei 50-60 %. Dies erreicht man, indem man den Bodengrund im Bereich der Versteckmöglichkeit leicht feucht hält.
Die Rotknie-Vogelspinne kann alle größeren Futterinsekten fressen. Besonders gerne nimmt sie Motten, große Steppengrillen, Zophobas und mittlere Heuschrecken an.
Verhalten
Die Rotknie-Vogelspinne besitzt ein gutes Gemüt und ist deshalb die ideale Anfängerspinne. Wird sie unaufhörlich belästigt, kann sie sich aber auch zur Wehr setzen. Allerdings nicht mit einem Biss, wie dies viele ihrer Artgenossen tun. Bei Bedrohungen können Rotknie-Vogelspinnen ihre Brennhaare vom Hinterleib abstreifen, indem sie ihre Hinterbeine schnell an ihrem Abdomen reiben. Infolgedessen verteilen sich die abgestreiften Brennhaare als kleine Wolke in der Luft. Wer mit den Haaren in Kontakt gerät, muss sich auf ein unangenehmes Jucken und Hautrötungen, die über mehrere Stunden anhalten können, einstellen. Ideal für Anfänger ist die Rotknie-Vogelspinne nicht nur wegen ihres ausgeglichenen Wesens, sondern auch, weil man sie häufig außerhalb ihres Unterschlupfes beobachten kann.
Weißknie-Vogelspinne
Die Weißknie-Vogelspinne kennt man auch unter der Bezeichnung Acanthoscurria geniculata oder Weiße Smithi.
Herkunft
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Weißknie-Vogelspinne liegt im brasilianischen Regenwald. Dort hält sie sich tagsüber gerne in der Sonne auf, verkriecht sich aber auch schon mal in verschiedenen Unterschlüpfen.
Aussehen
Die Weißknie-Vogelspinne kann eine Körperlänge von etwa 9 cm erreichen. Typisch für diese Spinnenart ist ihre dunkelbraune bis schwarze Grundfärbung, die von länglichen, leicht rötlichen Haaren auf dem Abdomen durchzogen ist. Namensgebend für die Weißknie-Vogelspinne sind ihre weißen Beine, die sehr stark behaart sind.
Lebensweise und Haltung
Da die Weißknie-Vogelspinne sehr aktiv und recht groß ist, sollte ihr Terrarium mindestens eine Grundfläche von 30 x 30 cm besitzen. Als Bodengrund eignen sich Wald- oder Blumenerde. Diese sollte mindestens 15 cm hoch eingestreut werden, damit die Weißknie-Vogelspinne die Möglichkeit hat, zu graben. Wichtig ist, das Bodensubstrat zu zwei Dritteln feucht zu halten, damit eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 70 % gewährleistet ist. Bei der Einrichtung sollte man an viele Versteckmöglichkeiten, wie Steine und Wurzeln, denken.
Die artgerechte Unterbringung der Weißknie-Vogelspinne macht im Becken tagsüber Temperaturen von 24 – 28 °C und nachts Temperaturen von 20 – 22 °C erforderlich. Die Beleuchtungsdauer sollte bei 8-10 Stunden liegen. Wie andere Vogelspinnen auch, muss die Weißknie-Vogelspinne einzeln gehalten werden. An Futter kann man der Weißknie-Vogelspinne ihrer Größe entsprechend Fliegen, Heimchen, Heuschrecken sowie nestjunge Säuger füttern.
Verhalten
Die Weißknie-Vogelspinne ist Anfängern keinesfalls zu empfehlen. Denn die Boden bewohnende Spinne legt eine hohe Aggressivität an den Tag. Zwar gibt es auch Berichte über relativ zahme Weißknie-Vogelspinnen, dies ist jedoch eher die Ausnahme. Wenn sie sich belästigt oder angegriffen fühlt, bombardiert die Weißknie-Vogelspinne ihren Angreifer mit ihren Brennhaaren, was sehr schmerzhaft sein kann.
Da sie sich tagsüber nicht die ganze Zeit in ihrem Unterschlupf verkriecht, kann man die Weißknie-Vogelspinne im Terrarium sehr schön beobachten. Außerdem gilt sie als sehr gefräßig, wodurch es so gut wie nie zu Fressproblemen kommt.
