Sicher unterwegs: So transportiert man Hunde richtig im Auto
Hunde gehören zur Familie – und deshalb auch ins Auto, wenn es gemeinsam in den Urlaub oder zum Tierarzt geht. Doch anders als viele Halter:innen glauben, stellt der Transport von Hunden im Auto ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar – für das Tier ebenso wie für die Menschen im Fahrzeug. Eine fachgerechte Sicherung ist deshalb unverzichtbar.
Warum ungesicherte Hunde zur Gefahr werden
Im Straßenverkehr zählen Hunde rechtlich zur „Ladung“. Laut §22 der Straßenverkehrsordnung (StVO) muss diese so gesichert sein, dass sie bei plötzlichem Bremsen oder Ausweichmanövern nicht verrutscht oder Personen gefährdet. In der Praxis bedeutet das: Ein ungesicherter Hund im Auto kann im Fall eines Unfalls zu einem lebensgefährlichen Geschoss werden – für sich selbst und für die Mitfahrenden. Crashtests zeigen, dass ein 20-Kilo-Hund bei 50 km/h mit dem 30-Fachen seines Gewichts aufprallt.
Schrittweise Gewöhnung an das Autofahren
Nicht jeder Hund fühlt sich im Auto wohl. Gerade junge oder ängstliche Tiere müssen an die Situation herangeführt werden. Dabei empfiehlt sich ein langsames Vorgehen in mehreren Etappen:
- Phase 1: Den Hund an das stehende Auto gewöhnen – mit Leckerli, Spielzeug oder kurzen Trainingseinheiten.
- Phase 2: Kurze Fahrten in vertrauter Umgebung, idealerweise mit einer zweiten Person als Begleitung.
- Phase 3: Längere Strecken mit Pausen – besonders wichtig bei Urlaubsreisen.
Positive Assoziationen und Belohnung helfen, Ängste abzubauen. Entscheidend ist, dass Autofahrten nie mit Stress oder Strafen verbunden werden.
Sicherungssysteme im Vergleich
Es gibt verschiedene Systeme zur Sicherung des Hundes im Auto. Welche Variante geeignet ist, hängt von der Größe des Tieres, dem Temperament und dem Fahrzeugtyp ab.
| Sicherungssystem | Vorteile | Einschränkungen | Geeignet für … |
|---|---|---|---|
| Sicherheitsgurt | Einfach in der Handhabung, flexibel einsetzbar | Eingeschränkter Bewegungsfreiraum | Kleine bis mittelgroße Hunde |
| Transportbox | Höchste Sicherheit, ruhiger Rückzugsort | Platzbedarf, nicht für alle Autos geeignet | Alle Hundetypen |
| Trenngitter | Viel Platz im Kofferraum, keine Befestigung nötig | Nur bei Kombis/SUVs mit ausreichendem Laderaum | Große und ruhige Hunde |
Transport auf dem Rücksitz oder im Kofferraum?
Der Rücksitz ist nur dann eine Option, wenn der Hund durch Gurt oder Box gesichert ist. Die Transportbox sollte mit dem Sicherheitsgurt befestigt werden. Der Kofferraum bietet mehr Platz, jedoch nur mit einem stabilen Trenngitter zum Fahrgastraum.
Kleine Hunderassen wie Chihuahua-Welpen erfordern besondere Vorsicht: Sie schlüpfen leicht aus schlecht sitzenden Gurten oder Geschirren. Eine feste Box ist hier die sicherere Wahl.
Versicherungsschutz im Schadensfall
Bei einem Unfall mit einem ungesicherten Hund können Versicherungen ihre Leistung verweigern. Auch Bußgelder und Punkte in Flensburg drohen. Eine ausreichende Sicherung ist also nicht nur vernünftig, sondern schützt vor rechtlichen und finanziellen Folgen.
FAQs – Hundetransport im Auto
Wie lange darf ein Hund im Auto mitfahren?
Solange regelmäßige Pausen (alle 2–3 Stunden) eingeplant werden, gibt es keine gesetzliche Begrenzung. Wichtig sind Wasser, Frischluft und die Möglichkeit zur Bewegung.
Ist eine Transportbox im Fußraum erlaubt?
Ja, solange sie sicher steht und nicht verrutschen kann. Bei größeren Hunden ist der Kofferraum oder Rücksitz jedoch besser geeignet.
Was kostet ein guter Sicherheitsgurt für Hunde?
Je nach Qualität und Größe zwischen 20 und 80 Euro. Ein passendes Hundegeschirr ist zusätzlich notwendig.
Dürfen Hunde auf dem Beifahrersitz mitfahren?
Grundsätzlich ja – jedoch nur mit einem geeigneten Sicherheitsgurt und wenn der Airbag deaktiviert ist. Der Rücksitz ist in den meisten Fällen sicherer.
Was schreibt das Gesetz zum Hund im Auto vor?
Tiere gelten als Ladung. Sie müssen so gesichert werden, dass sie die Verkehrssicherheit nicht gefährden. Ein Verstoß kann mit Bußgeld und Punkten geahndet werden.
